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Competition News

Paragliding World Cup Brazil, Baixo Guandu 2026

PWC Brasilien – 6. und letzter Lauf: Gesamtsieg für Andy Aebi

Andy Aebi, 10. October 2026
Der PWC in Baixo Guandu geht zu Ende – und das mit einem grossartigen Abschluss aus Schweizer Sicht! Der heutige sechste und letzte Task führte über 80 Kilometer zunächst im Zickzack vor dem Startplatz entlang, sodass auch die einheimischen Zuschauer etwas vom Renngeschehen mitbekamen. Anschliessend ging es Richtung Nordwesten und über das Flachland zurück ins Goal nach Baixo Guandu. Ein kniffliger Start und die richtige Taktik Rund fünf Minuten vor dem Luftstart stellte die Thermik im gesamten Gebiet praktisch ab. Entsprechend tief waren wir alle, als das Rennen freigegeben wurde. Genau in diesem Moment setzte die Thermik wieder ein, sodass die meisten Piloten zunächst nochmals vor dem Startplatz aufdrehten, bevor es richtig losging. Diese unregelmässigen Thermikzyklen begleiteten uns auch im ersten Teil des Rennens. Der Pulk splitterte sich schnell auf und bereits früh entstanden grössere Abstände. Tim, Albino und ich erwischten einen hervorragenden Start und konnten uns weit vorne positionieren. Dann stand ich vor einer taktisch schwierigen Entscheidung: Gemeinsam mit Tim alleine übers Flachland angreifen oder mit dem Pulk auf Nummer sicher gehen? Ich entschied mich für die zweite Variante. Der Grossteil des Pulks wählte die Route über den Startplatz entlang der Hügel Richtung dritte Wende. Nach rund 20 Kilometern hatten wir Tim bereits wieder eingeholt. In diesem Gelände zahlt es sich einfach nur selten aus, alleine oder in sehr kleinen Gruppen unterwegs zu sein. Das Risiko, bei der Thermiksuche wertvolle Zeit zu verlieren oder gar abzusaufen, ist schlicht zu gross. Das Podium im Hinterkopf Dass Tim wieder bei uns war, kam mir durchaus entgegen. Nach meiner Aussenlandung unter der Woche durfte ich mir keinen weiteren schlechten Lauf erlauben, wollte ich meinen Podestplatz nicht gefährden. Einzelne Piloten, die deutlich vor mir ins Goal kommen, wären entsprechend ungünstig gewesen. Tim versuchte dennoch einen weiteren Angriff und löste sich erneut vom Spitzenpulk. Diesmal kostete ihn die alleinige Thermiksuche allerdings zu viel Zeit und wir flogen über ihn hinweg. Trotzdem beendet Tim den PWC auf dem hervorragenden 12. Gesamtrang und qualifiziert sich damit souverän für das Superfinale in Grindelwald! Auch Albino zeigte heute nochmals einen starken Flug. Nach der Flussquerung benötigte er leider etwas länger, um wieder Höhe zu gewinnen, und verpasste dadurch den Anschluss an den Spitzenpulk denkbar knapp. Ein unvergesslicher PWC! Sechs abwechslungsreiche, spannende und wunderschöne Tasks liegen hinter uns. Für mich endet diese Woche mit einem unglaublichen Erfolg: dem Gesamtsieg am PWC Brasilien! Mir ist diese Woche unglaublich viel aufgegangen – nicht zuletzt dank des grossartigen Materials von Niviuk, mit dem ich mich rundum wohlgefühlt habe. Dass Niviuk hier in Brasilien auch noch die Teamwertung gewonnen hat, rundet diese fantastische Woche perfekt ab! Schweizer Schlussklassierung: • Andy Aebi – 1. Rang • Tim Bollinger – 12. Rang • Albino Malli – 31. Rang
Paragliding World Cup Brazil, Baixo Guandu 2026

Task 2 und 3 – schnelles Racing und Schweizer im Spitzenfeld

Andy Aebi, 7. October 2026
Der gestrige Task 2 brachte ein 85 km langes Rennen – und bereits kurz nach dem Start einige spannende taktische Entscheidungen. Tim, Albino und ich erwischten einen perfekten Start. Ich war etwas höher als der Pulk und flog alleine voraus, weil mir die Linie über den Berg Richtung erste Boje als sichere Variante erschien. Leider war sie das nicht – und so verlor ich gleich zu Beginn den Spitzenpulk. Auf dem Weg Richtung Nordwesten konnte ich langsam wieder aufholen. Tim war zu diesem Zeitpunkt bereits ganz vorne und startete einen Angriff weit übers Flachland. Mir erschien diese Variante etwas zu riskant, weshalb ich eine Linie näher an den Bergen wählte. Auch ich war nun alleine unterwegs, erwischte aber eine Hammerlinie und konnte mich wieder über dem Spitzenpulk positionieren. Von da an liess es sich für einen grossen Teil des Rennens ziemlich entspannt vorne mitfliegen. Bei der zweiten Wende begannen wir langsam, uns auf den Endanflug vorzubereiten: noch ein- oder zweimal aufdrehen und dann Vollgas Richtung Goal. Doch unsere Gruppe erwischte eine schlechte Linie. Der nachfolgende Pulk bemerkte dies rechtzeitig, korrigierte – und plötzlich waren fast alle wieder zusammen. Auch Tim hatte sich inzwischen tief aus dem Flachland ausgegraben und wieder zu uns aufgeschlossen. Tim und ich starteten schliesslich mutig den Angriff auf den Endanflug. Wegen einer schlechten Linienwahl mussten wir allerdings nochmals etwas vom Gas und wenige hundert Meter vor dem End of Speed noch ein paar Kreise drehen. Das kostete uns einige Plätze, änderte aber nichts daran, dass es ein richtig starker Flugtag für das Schweizer Team war. Auch Albino erreichte diesmal das Goal – entsprechend gross war die Freude! Task 3 – 101 Kilometer und Thermik dort, wo kein Berg steht Der heutige Task 3 führte über 101 km südlich und westlich um den Startplatz und anschliessend zurück nach Baixo Guandu. Ein grandioser Flugtag mit starken Bedingungen und wenig Wind. Der Start erfolgte an derselben Boje wie am Vortag. Diesmal hatte ich gelernt, wo hier die Thermik steht – meistens nicht am Berg! So erwischte ich nicht nur einen guten Start, sondern konnte mich auch danach direkt vorne einreihen. Die Strecke führte zunächst Richtung Süden den Bergen entlang. Dabei galt es, einerseits nicht von den stark ziehenden Wolken eingesogen zu werden und andererseits nicht zu tief zu geraten. Genau das wurde Tim kurzzeitig zum Verhängnis. Er setzte darauf, dass es am Berg sicher hochgehen würde – was natürlich genau dort nicht funktionierte. Der Pulk zog über ihn hinweg. Lange dauerte das allerdings nicht. Weil einige Wolken kräftig zogen, mussten Teile des Feldes – mich eingeschlossen – Umwege fliegen. Tim nutzte seine Chance, konnte tief wieder einsteigen und schloss erneut auf. Kurz vor der dritten Boje Richtung Westen riss das Feld komplett auseinander und es bildeten sich drei verschiedene Gruppen. Meine war leider die tiefste. Aber dafür gibt es hier einen ziemlich zuverlässigen Indikator: Wenn man tief fliegt und plötzlich Tim begegnet, weiss man definitiv, dass man zu den Tiefsten im Feld gehört. Wir konnten uns jedoch gut ausgraben. Rund 20 km vor dem Ziel startete der Spitzenpulk einen Angriff und flog relativ tief zu einer Wolke, die sich genau in diesem Moment auflöste. Das spielte uns in die Karten: Wir konnten eine östlichere und letztlich bessere Linie Richtung Goal wählen. Am Ende erreichten erneut alle drei Schweizer das Ziel. Tim so tief, dass er sogar innerhalb der End-of-Speed-Section nochmals aufdrehen musste – aber ich glaube, diesen Nervenkitzel braucht er einfach. Wobei es auch bei mir durchaus knapp war und 100 oder 200 Meter mehr Höhe ganz angenehm gewesen wären. Ein wunderschöner Task und aus Schweizer Sicht erneut ein erfolgreicher Tag. Albino kam nur 1:55 Minuten später ebenfalls mit einer starken Zeit ins Goal.
Paragliding World Cup Brazil, Baixo Guandu 2026

1. Gültiger Lauf am PWC Baixo Guandu, Brasilien

Andy Aebi, 5. October 2026
Nach einem verregneten Trainingstag am Samstag zeigte sich das Wetter am Sonntag zwar etwas besser, doch tiefe Basis und schwache Thermik verhinderten weiterhin einen gültigen Lauf. Bereits die Auffahrt zum Startplatz wurde auf den aufgeweichten, lehmigen Strassen zum Abenteuer – die letzten paar hundert Meter mussten wir zu Fuss zurücklegen. Ein Task wurde zwar angesagt, aus Sicherheitsgründen aber schliesslich abgesagt. Mit Blick auf die sehr guten Prognosen für den Rest der Woche sicher die richtige Entscheidung. Heute war es dann endlich so weit: Ein 74 Kilometer langer Task wurde ausgeschrieben und geflogen. Der erste Teil führte teilweise gegen den Wind. Dabei musste man aufpassen, nicht zu tief ins Lee der Hügel zu geraten. Genau dort erwischte Albino eine schlechte Linie, kam tief an und musste lange kämpfen. Dadurch verlor er den Anschluss an die Spitzengruppe und war fortan meist alleine unterwegs. Im mittleren Teil des Tasks lag ein grosser Teil der Strecke unter einer geschlossenen Wolkendecke. Die direkte Linie funktionierte kaum, sodass wir einen grösseren Umweg nördlich der Ideallinie fliegen mussten. Im Pulk gelang das einigermassen gut, für Albino alleine war es jedoch extrem schwierig und er musste den Task leider vorzeitig beenden. Für Tim und mich lief es besser. Ich flog bewusst eher defensiv, denn im Flachland war es schwierig, die richtige Linie und vor allem den nächsten zuverlässigen Thermikbart zu finden. Kurz vor der letzten Boje kam dann der entscheidende Moment: Einige hundert Meter vor unserem Pulk entdeckte ich einen Urubu, der in der Thermik kreiste. Ich verliess die Gruppe und flog zu ihm – und traf prompt einen richtig starken Bart. Als der Rest des Pulks wenige Sekunden später ebenfalls kam, war er bereits zu tief und verlor den Anschluss. So konnte ich mich mit einer kleinen Gruppe absetzen und schliesslich mit etwas Mut als Erster den Endanflug starten. Ein richtig spannender Auftakt in die Rennwoche von Baixo Guandu!