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XC League

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XC-Camp

Vielseitige Prättigau-Flüge

Stephanie Westerhuis, 19. April 2026
Das erste von zwei geplanten XC-Camps führte uns ins Prättigau. Die ersten zwei von ursprünglich geplanten drei Tagen boten beste Bedingungen für spannende Flüge. Am ersten Tag teilte sich die Gruppe auf: die einen starteten ab Fanas, die anderen ab Pany. Zunächst war es harzig, aber wenn man der Stabilität entflohen war, wurde man belohnt mit einer hohen Basis. Einige hatten eine Route ins Engadin via Landeck geplant. Dank hoher Basis haben etliche an unterschiedlichen Übergängen den Sprung nach Österreich gewagt. Die Bedingungen waren dort teils sportlich, aber im Engadin angekommen konnten sie teils über 3800 m aufdrehen. Die anderen flogen alle nach Davos und von dort unterschiedlich weiter. Grossartig, dass alle diese Schlüsselstelle meisterten und niemand den Nachmittag mit einem Spaziergang um den Davosersee verbringen musste. Im Westen, also in der oberen Surselva, warteten schliesslich die prognostizierten dichten Cirren, welche das Fliegen verlangsamten. Dennoch schafften viele den Sprung via Bifertenblücke ins Glarnerland. Am Abend trudelten alle wieder in Schiers ein. Zum Glück hat die Küche im Hotel/Restaurant Alpina bis 21:30 geöffnet, so musste niemand hungrig ins Bett. Am Samstag fuhren wir mit den ersten Bahnen alle nach Fanas hoch. Der Tag präsentierte sich schon am Morgen anders als der Vortag: es hatte schon früh Quellwolken, allerdings mit tieferer Basis und auch der angekündete Nordwestwind war schon zu sehen. Wir hatten keine konkrete Idee, was der beste Flugplan sein wird. Mit ein paar Ideen im Kopf begaben wir uns in die Luft und schauten, wie sich die Bedingungen entwickelten. Viele flogen wieder in die Surselva, aber den Weg dorthin machten einige durchs Schanfigg und andere über die Südflanken des Prättigau. Der Nordwestwind war spürbar, aber die Bifertenlücke liess sich trotzdem erstaunlich angenehm passieren. Die schnellsten verlängerten das Dreieck bis zum Säntis raus, konnten aber wegen erneuter Cirren am Abend nicht ganz schliessen. Ein paar wenige versuchten sich mit einem OneWay - Sandro schaffte es schliesslich 200 km weit bis vors Pinzgau. Gratulation an alle für die tollen Flüge! *** Le premier des deux stages de cross-country prévus nous a conduits dans le Prättigau. Les deux premiers jours, sur les trois initialement prévus, ont offert des conditions idéales pour des vols passionnants. Le premier jour, le groupe s’est scindé : certains ont décollé de Fanas, d’autres de Pany. Au début, c’était difficile, mais une fois la stabilité atteinte, on a été récompensés par une base haute. Certains avaient prévu un itinéraire vers l’Engadine via Landeck. Grâce à cette base haute, plusieurs ont osé faire le saut vers l’Autriche à différents points de passage. Les conditions y étaient parfois difficiles, mais une fois arrivés en Engadine, ils ont pu monter à plus de 3 800 m. Les autres ont tous volé jusqu’à Davos, puis ont pris des directions différentes. C’est formidable que tous aient maîtrisé ce passage clé et que personne n’ait dû passer l’après-midi à se promener autour du lac de Davos. À l'ouest, c'est-à-dire dans la haute Surselva, les cirrus denses annoncés attendaient finalement les pilotes, ralentissant le vol. Néanmoins, beaucoup ont réussi à passer dans le canton de Glaris via le col de Biferten. Le soir, tout le monde est revenu à Schiers. Heureusement, la cuisine de l'hôtel-restaurant Alpina est ouverte jusqu'à 21h30, donc personne n'a dû se coucher le ventre vide. Le samedi, nous avons tous pris les premières remontées mécaniques pour monter à Fanas. Dès le matin, la journée s’annonçait différente de la veille : il y avait déjà des cumulus de source tôt le matin, mais avec une base plus basse, et le vent du nord-ouest annoncé était déjà visible. Nous n’avions aucune idée précise de ce que serait le meilleur plan de vol. Avec quelques idées en tête, nous nous sommes envolés pour voir comment les conditions évoluaient. Beaucoup ont de nouveau pris la direction de la Surselva, mais certains y sont allés en passant par le Schanfigg et d’autres par les flancs sud du Prättigau. Le vent du nord-ouest était perceptible, mais le passage de la Bifertenlücke s’est tout de même avéré étonnamment agréable. Les plus rapides ont prolongé leur triangle jusqu’au Säntis, mais n’ont pas pu le boucler complètement en raison de la réapparition de cirrus en soirée. Quelques-uns se sont essayés à un aller simple – Sandro a finalement réussi à parcourir 200 km jusqu’au Pinzgau. Félicitations à tous pour ces superbes vols !
XC-Cup 11. Oktober

Letzter XC-Cup des Jahres in Fiesch

Stephanie Westerhuis, 14. October 2025
Hochdruckbestimmtes Wetter lieferte uns einen Samstag mit Hochnebel im Flachland und strahlend blauem Himmel in den Alpen. Die Thermikprognosen versprachen Thermik bis 4000 m in den Walliser Hochalpen. Ein Dutzend Liga-Pilot*innen traf sich in Fiesch, rund zwei Stunden später als wir normalerweise für Streckenflüge starten würden. Am Startplatz angekommen schauten wir zu, wie die Schulschirme bereits von den ersten Thermikblasen zum Schaukeln gebracht wurden. Motiviert ging etwa die Hälfte der Personen in die Luft - nur um eine halbe Stunde später wieder unten am Landeplatz zu stehen. Dank guter Bahninfrastruktur war man aber bald wieder oben. Circa um 12:30 ging es los mit den ersten zuverlässigen Thermiken. Dennoch brauchte es viel Geduld, um sich die nötige Höhe für eine erste Querung zu holen. Präzises Zentrieren der Thermiken war gefragt. Die meisten querten nach Bellwald, aber nicht alle konnten dort die nötige Höhe fürs Weiterfliegen Tanken. Chrischi, Philippe und Sebi flogen das Goms ein Stück hoch. Letzeren beiden geland schliesslich der Sprung vom Galmihorn in Richtung Finsteraarhorn. Oben raus wurden die Bedingungen immer besser, eigentlich muss man schon sagen "unglaublich gut"! Beide konnten das Finsteraarhorn überfliegen. Philippe verabschiedete sich schliesslich in Richtung Berner Oberland und landete in Interlaken. Sebi gönnte sich eine Sightseeing-Runde quer über die Gletscher und überflog dabei das Aletschhorn. Später konnte er am Bietschhorn auf 4500 m aufdrehen. Diese Höhe nutzte er, um noch einen Schlenker ins Saas-Tal zu machen. Chrischi und Chrigel konnten zwar nicht in das obere Stockwerk wechseln, aber sie nutzten die labile unterste Luftmasse im oberen Rhonetal, um schliesslich erst um 17:40 in Brig zu landen. Solche Flug-Bedingungen im Oktober sind aussergewöhnlich. Die Radiosondierung von Payerne für den Nachmittag zeigt einerseits eine ausgeprägte Inversion zwischen 900 und 850 hPa, deshalb der Hochnebel mit Obergrenze um 1500 m. Andererseits zeigt sie eine labile Luftschichtung von 800 bis 550 hPa - also von 2000 bis rund 4500 m über Meer. Da die Luft sehr trocken ist (grosser Abstand zwischen der grünen und der roten Linie), gab es quasi keine Quellwolken. Der XC-Cup 2025 ist somit offiziell beendet. Bleibt nur noch, dass die Liga-Chefin die Gesamt-Auswertung erstellt. Danke an alle, die dabei waren und für gute Stimmung gesorgt haben!
XC-Expedition Sertao

The Last Day in Sertão

Jérôme Kägi, 3. October 2025
On the last flying day in Caicó for the Swiss League XC Team, the forecast once again promised adventure: high humidity, steady wind, and the potential for a classic Northeastern Brazil XC day. As always, the team gathered at breakfast at 5:00 a.m. and headed to the airport in Caico to prepare for towing just after sunrise. When I looked out of the window that morning, I was unexpectedly thrilled to see the sky completely covered in clouds. Christoph couldn’t hide his surprise, asking why I looked so happy with such gloomy conditions. I smiled back: “It’s going to be a good day.” Early Launches and First Climbs Sebi and Christoph were first to launch around 06:45, followed by Paddy and myself. My tow went smoothly, though Paddy quickly climbed higher behind Caicó. By the time I reached São Fernando, things looked grim – I was already searching for landing options at just 80 meters above ground. Then luck struck: a group of urubus circled right in front of me. I joined them and found my saving thermal, climbing to cloud base at 1,000 meters by 7:30 a.m. The day had begun. Strange Air, Then Pure Bliss The next 60 km were tricky, with weak, inconsistent lift or bigger sink as usual. But patience paid off. Beyond that stretch, the skies opened with powerful thermals and long cloud streets that carried me quickly toward Quixadá. From 120km onwards, only Paddy and I remained airborne. His early advantage meant he was slightly ahead, while I was still recovering from my low save in the morning.. Approaching Quixadá (around 300km), I once again came close to landing but managed to reconnect with a thermal that lifted me back to 2,100 meters – this time with renewed confidence. A Twist of Fate Roughly 30 km later, I suffered a small collapse on the right side of my wing. The incident left a knot in my right brake line, limiting control. From that point on, I could only turn left efficiently, and my speed bar use was restricted to about 50%. Still, I pushed on for another 50 km, determined to make the most of the day. In the end, I opted for a safe landing field rather than risk flying further with impaired control and not many landing options for at 50km. Paddy also landed around the same time on his chosen route. Gratitude and Team Spirit This last day in Caicó was a reminder of why we fly: resilience, teamwork, and the thrill of chasing horizons. A huge thank you goes to the Fly with Andy Team, the Swiss League, and of course to Stephanie, Sebi, Christoph, Noah, Pit, and Paddy for making this adventure unforgettable. **** Deutsch **** Am letzten Flugtag in Caico für das Swiss League XC Team versprach die Prognose noch einmal Abenteuer: hohe Luftfeuchtigkeit, beständiger Wind und die Chance auf einen klassischen Nordost-Brasilien-Tag. Wie gewohnt traf sich das Team bereits um 5:00 Uhr zum Frühstück und fuhr anschliessend zum Flughafen in Caico, um kurz nach Sonnenaufgang mit dem Schlepp zu beginnen. Als ich an diesem Morgen aus dem Fenster blickte, war ich überraschenderweise begeistert, den Himmel komplett wolkenverhangen zu sehen. Christoph konnte seine Verwunderung nicht verbergen und fragte, warum ich mich bei solch tristem Wetter so freue. Ich lächelte zurück: «Es wird ein guter Tag.» Frühe Starts und erste Aufstiege Sebi und Christoph starteten gegen 06:45, gefolgt von Paddy und mir. Mein Schlepp verlief gut, doch Paddy stieg hinter Caico schnell höher. Als ich São Fernando erreichte, sah es bereits kritisch aus – ich suchte schon nach einem Landefeld, nur 80 Meter über dem Boden. Dann hatte ich Glück: Ein Schwarm Urubus kreiste direkt vor mir. Ich folgte ihnen und fand meine rettende Thermik, die mich bis zur Wolkenbasis auf 1’000 Meter brachte – um 7:30 Uhr war der Tag für mich eröffnet. Zähe Luft, dann purer Genuss Die nächsten 60 Kilometer waren anspruchsvoll: schwache, unregelmässige Thermiken oder ungewöhnlich starkes Sinken. Doch Geduld zahlte sich aus. Danach öffnete sich der Himmel mit kräftigen Thermiken und langen Wolkenstrassen, die mich zügig in Richtung Quixada trugen. Nach 120km waren nur noch Paddy in der Luft. Sein früher Vorteil hielt ihn etwas vor mir. Kurz vor Quixada war ich erneut knapp vor dem Landen, konnte aber rechtzeitig wieder eine Thermik finden, die mich zurück an die Wolkenbasis brachte – diesmal bis auf 2’100 Meter und mit neuer Zuversicht. Ein kleiner Zwischenfall Etwa 30 Kilometer später erlitt mein Schirm auf der rechten Seite einen kleinen Klapper. Dabei entstand ein Knoten in der rechten Bremsleine, der die Steuerung einschränkte. Von da an konnte ich nur noch effizient nach links kurven, und mein Speedbar-Einsatz war auf etwa 50 % begrenzt. Dennoch kämpfte ich mich weitere 50 Kilometer voran, fest entschlossen, das Beste aus dem Tag zu machen. Schliesslich entschied ich mich für ein sicheres Landefeld, anstatt mit eingeschränkter Kontrolle weiterzufliegen, da die Landemöglichkeiten immer weniger wurden. Paddy landete zur gleichen Zeit auf seiner Route. Dankbarkeit und Teamgeist Dieser letzte Tag in Caico war eine Erinnerung daran, warum wir fliegen: Ausdauer, Teamgeist und die Freude am Horizontjagen. Ein riesiges Dankeschön geht an das Fly with Andy Team, die Swiss League und natürlich an Stephanie, Sebi, Christoph, Noah, Pit und Paddy für dieses unvergessliche Abenteuer.