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XC Sertao

Abenteuer Brasilien

Benjamin Fankhauser, 8. October 2026
Was habe ich erwartet, als ich hierher gekommen bin? nicht viel, ich liess mich überraschen. Thermik sicher. Wind. Die Möglichkeit, Rekorde zu fliegen, aber auch mahnende Worte von erfahrenen Piloten, dass hier nicht alles einfach ist. Man muss sich aufs Abenteuer einlassen, erklärt Andy Flühler beim Einweisungbriefing vor dem ersten Flug. Nun gut, wir, die zum ersten Mal hier sind, wissen ja noch nicht, auf was wir uns da eingelassen haben. Der erste Tag begrüsst uns mit relativ viel Wind aus schweizer Sicht. Kobrastart und die Winde funktionieren. Aber Thermik finde ich keine. 23 Minuten dauert mein Abgleiter, der in einem turbulenten und ausgetrockneten Bachbett endet. Zwischen den Steinen komme ich irgendwie herunter und kann im Windschatten von einem grossen Busch mein Material parkieren und zusammenpacken. Aber dann wohin? Wo ist die nächste Strasse? Dank schwachem Internet und Satellitenbilder finde ich eine Sandpiste in der Nähe, die sich gut erreichen lässt. Die Sonne brennt und der Retrieve stellt uns zurück an den Startplatz. Den anderen Neuankömmlingen ergeht es ähnlich. Mit der Zeit gewöhnen wir uns an die Landschaft, wir finden heraus, dass man auch an Ufer von all den kleinen Seen landen kann, oder dass an den Strassen und Sandpisten immer wieder mal Landeplätze auftauchen. Wir fliegen immer tiefer über die Juremafelder und sind immer optimistischer, was noch als Landeplatz zählt. Wir lernen, wie wir über Zäune aus 5 Lagen Stacheldraht klettern oder wie man sich Zugang zu WLAN verschaffen kann. Die ganz Harten landen auch auf einer kahlen Stelle im Juremafeld und kämpfen sich dann mit ca. 1 km/h durch die Dornen. Die Jurema Büsche erinnern an Rosen oder Brombeeren, was das Durchkommen angeht. Ab und zu werden wir von Hunden angebellt oder auch angesprungen. Kühe sind meistens wenig beeindruckt von unseren Landungen, aber die Pferde kommen schon sehr neugierig näher und beobachten, was da passiert. Neben den Vögel gibt es eher wenig Wildtiere, oder sie zeigen sich nicht. Langsam verstehe ich, was Andy mit Abenteuer gemeint hat: am Morgen von jedem Flugtag wissen wir nicht, ob wir in 50km abstehen, den Tag voll ausfliegen oder nach 4h aufgeben. Ob wir von einem freundlichen Bauern bei seiner Familie aufgenommen werden, irgendwie den Schirm wieder herrichten müssen oder im Extremfall mehrere Stunden auf den Retrieve warten, weil der Flugkollege es doch nicht über das letzte Juremafeld geschafft hat. Um hier einen Rekord zu fliegen, muss man sich nicht nur an diese Bedingungen gewöhnen, man muss mit ihnen spielen können. Dabei muss man seine Energiereserven im Auge behalten, hydriert bleiben und auf seine Ernährung achten. Klar ist jedes Absaufen ärgerlich, aber hier gehört das einfach dazu. Es bleibt nichts anderes übrig, als wieder nach Hause zu fahren und fest daran zu glauben, dass der nächste Tag der Tag der Tage ist. Erst wenn die Energie stimmt, das Mindset einen Plan hat, das Wetter passt und noch eine kleine Prise Glück alles abrundet, hat man die Zutaten für einen Weltrekord zusammen. Wäre es einfach, würde es ja keinen Spass machen. Am Schluss fliegt ein einzelner Pilot den Rekord. Insgesamt 4 neue Weltrekorde haben wir aufgestellt. Man darf aber die Teamleistung nicht vergessen. Piloten, die mitstarten, mitfliegen, mitkämpfen motivieren, FlyWithAndy und die XC-Liga stellen uns die besten Bedingungen zur Verfügung. Man merkt, dass sie nicht zum ersten Mal hier sind. Im Gegenzug lenken wir als Piloten für ein paar Wochen den weltweiten XC Fokus in die Sertao. Man kann hier auch gut ohne Rekordambitionen fliegen, falls du dich im Wallis wohlfühlst und Lust auf Abenteuer hast, gibt es hier viele Anbieter, die dir diesen Wunsch erfüllen können. Und ein Flug bis in den Sonnenuntergang ist schon etwas besonderes. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ À quoi m’attendais-je en venant ici ? Pas à grand-chose, je me suis laissé surprendre. Des thermiques, certainement. Du vent. La possibilité de battre des records, mais aussi les mises en garde de pilotes expérimentés : ici, tout n’est pas simple. Il faut accepter de se lancer dans l’aventure, explique Andy Flühler lors du briefing avant le premier vol. Très bien, mais nous qui venons ici pour la première fois, nous ne savons pas encore dans quoi nous nous sommes embarqués. Le premier jour nous accueille avec un vent relativement fort, du point de vue suisse. Le gonflage cobra et le treuil fonctionnent. Mais je ne trouve aucun thermique. Mon plouf dure 23 minutes et se termine dans le lit asséché d’un ruisseau, en pleine turbulence. Je parviens tant bien que mal à me poser entre les pierres, puis à mettre mon matériel à l’abri du vent derrière un gros buisson pour le plier. Mais ensuite, où aller ? Où est la route la plus proche ? Grâce à une faible connexion Internet et aux images satellite, je repère à proximité une piste de sable facilement accessible. Le soleil tape et la récup nous ramène au décollage. Les autres nouveaux venus connaissent à peu près le même sort. Au fil du temps, nous nous habituons au paysage. Nous découvrons qu’on peut aussi se poser au bord de tous ces petits lacs, et que des terrains d’atterrissage se présentent çà et là le long des routes et des pistes de sable. Nous volons de plus en plus bas au-dessus des étendues de jurema et devenons de plus en plus optimistes quant à ce qui peut encore faire office d’atterrissage. Nous apprenons à franchir des clôtures à cinq rangées de fil barbelé et à trouver un accès au Wi-Fi. Les plus coriaces se posent même sur un bout de terrain dénudé au milieu des juremas, puis se fraient un chemin à travers les épines à environ 1 km/h. Pour ce qui est de s’y frayer un passage, les buissons de jurema rappellent les rosiers ou les ronces. De temps à autre, des chiens aboient sur nous, voire nous sautent dessus. Les vaches sont généralement peu impressionnées par nos atterrissages, mais les chevaux s’approchent avec beaucoup de curiosité pour observer ce qui se passe. À part les oiseaux, il y a assez peu d’animaux sauvages, ou alors ils restent cachés. Peu à peu, je comprends ce qu’Andy entendait par aventure : chaque matin, nous ignorons si nous nous poserons au bout de 50 km, si nous exploiterons toute la journée de vol ou si nous abandonnerons après quatre heures. Si un paysan accueillant nous recevra chez lui avec sa famille, si nous devrons nous débrouiller pour remettre notre voile en état ou, dans le pire des cas, si nous attendrons la récup pendant plusieurs heures parce qu’un autre pilote n’a finalement pas réussi à franchir la dernière étendue de jurema. Pour battre un record ici, il ne suffit pas de s’habituer à ces conditions : il faut savoir jouer avec elles. Il faut aussi surveiller ses réserves d’énergie, rester hydraté et veiller à son alimentation. Bien sûr, chaque plouf est frustrant, mais ici, cela fait tout simplement partie du jeu. Il ne reste qu’à rentrer et à croire fermement que le lendemain sera le grand jour. Ce n’est que lorsque l’énergie est au rendez-vous, que l’état d’esprit s’accompagne d’un plan, que la météo convient et qu’une petite pincée de chance vient couronner le tout que les ingrédients d’un record du monde sont réunis. Si c’était facile, tout le monde le ferait. Au bout du compte, c’est un seul pilote qui réalise le record. Au total, nous avons établi quatre nouveaux records du monde. Mais il ne faut pas oublier le travail d’équipe. Les pilotes qui décollent ensemble, volent ensemble et se battent ensemble se motivent mutuellement. FlyWithAndy et la XC-Liga nous offrent les meilleures conditions possibles. On sent qu’ils ne viennent pas ici pour la première fois. En retour, nous, les pilotes, attirons pendant quelques semaines l’attention du monde du cross sur le Sertão. On peut aussi très bien voler ici sans ambition de record. Si tu te sens à l’aise en Valais et que tu as envie d’aventure, de nombreux prestataires peuvent combler cette envie. Et voler jusqu’au coucher du soleil reste un moment vraiment particulier.
Paragliding World Cup Brazil, Baixo Guandu 2026

Task 2 und 3 – schnelles Racing und Schweizer im Spitzenfeld

Andy Aebi, 7. October 2026
Der gestrige Task 2 brachte ein 85 km langes Rennen – und bereits kurz nach dem Start einige spannende taktische Entscheidungen. Tim, Albino und ich erwischten einen perfekten Start. Ich war etwas höher als der Pulk und flog alleine voraus, weil mir die Linie über den Berg Richtung erste Boje als sichere Variante erschien. Leider war sie das nicht – und so verlor ich gleich zu Beginn den Spitzenpulk. Auf dem Weg Richtung Nordwesten konnte ich langsam wieder aufholen. Tim war zu diesem Zeitpunkt bereits ganz vorne und startete einen Angriff weit übers Flachland. Mir erschien diese Variante etwas zu riskant, weshalb ich eine Linie näher an den Bergen wählte. Auch ich war nun alleine unterwegs, erwischte aber eine Hammerlinie und konnte mich wieder über dem Spitzenpulk positionieren. Von da an liess es sich für einen grossen Teil des Rennens ziemlich entspannt vorne mitfliegen. Bei der zweiten Wende begannen wir langsam, uns auf den Endanflug vorzubereiten: noch ein- oder zweimal aufdrehen und dann Vollgas Richtung Goal. Doch unsere Gruppe erwischte eine schlechte Linie. Der nachfolgende Pulk bemerkte dies rechtzeitig, korrigierte – und plötzlich waren fast alle wieder zusammen. Auch Tim hatte sich inzwischen tief aus dem Flachland ausgegraben und wieder zu uns aufgeschlossen. Tim und ich starteten schliesslich mutig den Angriff auf den Endanflug. Wegen einer schlechten Linienwahl mussten wir allerdings nochmals etwas vom Gas und wenige hundert Meter vor dem End of Speed noch ein paar Kreise drehen. Das kostete uns einige Plätze, änderte aber nichts daran, dass es ein richtig starker Flugtag für das Schweizer Team war. Auch Albino erreichte diesmal das Goal – entsprechend gross war die Freude! Task 3 – 101 Kilometer und Thermik dort, wo kein Berg steht Der heutige Task 3 führte über 101 km südlich und westlich um den Startplatz und anschliessend zurück nach Baixo Guandu. Ein grandioser Flugtag mit starken Bedingungen und wenig Wind. Der Start erfolgte an derselben Boje wie am Vortag. Diesmal hatte ich gelernt, wo hier die Thermik steht – meistens nicht am Berg! So erwischte ich nicht nur einen guten Start, sondern konnte mich auch danach direkt vorne einreihen. Die Strecke führte zunächst Richtung Süden den Bergen entlang. Dabei galt es, einerseits nicht von den stark ziehenden Wolken eingesogen zu werden und andererseits nicht zu tief zu geraten. Genau das wurde Tim kurzzeitig zum Verhängnis. Er setzte darauf, dass es am Berg sicher hochgehen würde – was natürlich genau dort nicht funktionierte. Der Pulk zog über ihn hinweg. Lange dauerte das allerdings nicht. Weil einige Wolken kräftig zogen, mussten Teile des Feldes – mich eingeschlossen – Umwege fliegen. Tim nutzte seine Chance, konnte tief wieder einsteigen und schloss erneut auf. Kurz vor der dritten Boje Richtung Westen riss das Feld komplett auseinander und es bildeten sich drei verschiedene Gruppen. Meine war leider die tiefste. Aber dafür gibt es hier einen ziemlich zuverlässigen Indikator: Wenn man tief fliegt und plötzlich Tim begegnet, weiss man definitiv, dass man zu den Tiefsten im Feld gehört. Wir konnten uns jedoch gut ausgraben. Rund 20 km vor dem Ziel startete der Spitzenpulk einen Angriff und flog relativ tief zu einer Wolke, die sich genau in diesem Moment auflöste. Das spielte uns in die Karten: Wir konnten eine östlichere und letztlich bessere Linie Richtung Goal wählen. Am Ende erreichten erneut alle drei Schweizer das Ziel. Tim so tief, dass er sogar innerhalb der End-of-Speed-Section nochmals aufdrehen musste – aber ich glaube, diesen Nervenkitzel braucht er einfach. Wobei es auch bei mir durchaus knapp war und 100 oder 200 Meter mehr Höhe ganz angenehm gewesen wären. Ein wunderschöner Task und aus Schweizer Sicht erneut ein erfolgreicher Tag. Albino kam nur 1:55 Minuten später ebenfalls mit einer starken Zeit ins Goal.
XC Sertao

A game of chance or a game of skill?

Philipp Aeschbach, 6. October 2026
In den Alpen kommt das gute Wetter zwar nur selten, aber wenn es kommt, ist ein grosser Flug quasi garantiert. Hier in der Sertão hat es jeden Tag über 10 Stunden Thermik und man könnte theoretisch immer 400 km fliegen, an den windigeren Tagen über 500. Doch so einfach ist es nicht: Am Morgen ist die Thermik schwach, der Wind stark und die Basis tief. Selbst die besten Piloten kommen nicht jedes Mal durch, meine eigene Quote ist frustrierend tief. Klar, mit einem späteren Start könnte man die Chancen deutlich erhöhen, aber wer Rekorde fliegen will, muss den ganzen Tag nutzen. So probieren wir es täglich aufs Neue. Die Thermik beginnt spätestens um 7 Uhr, oft schon deutlich früher. Anfangs nimmt man jedes Steigen mit, aber die Thermikkerne sauber zu zentrieren, ist hier eine Kunst für sich. Auch die gemachten Beobachtungen richtig zu interpretieren, braucht Eingewöhnungszeit. Zu oft sehe ich Wolken oder gar steigende Urubus und ordne das dazugehörige Steigen trotzdem falsch im dreidimensionalen Raum zu. Denn die Luft steigt morgens in einem sehr flachen Winkel vom Boden zur Wolke auf. Gegen Mittag steigt die Basis, die Thermik wird stärker und der Wind lässt in der Regel nach. Dann werden die Bedingungen vergleichbar mit dem, was wir aus der Schweiz kennen. Es bleibt also nur eines: Üben, üben, üben! Je besser man mit den Bedingungen der ersten Stunden zurechtkommt, desto grösser werden die Chancen auf einen grossen Flug. Heute war der bisher windigste Tag und Nico ist als Einziger von uns durchgekommen. Nun hat er gute Chancen, auf über 500 km zu kommen. Die restliche Crew startet morgen einen neuen Versuch. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Dans les Alpes, le beau temps est certes rare, mais lorsqu'il est là, un grand vol est presque garanti. Ici, dans le Sertão, il y a plus de 10 heures de thermique par jour et l'on pourrait théoriquement toujours voler 400 km, et même plus de 500 km les jours les plus ventés. Pourtant, ce n'est pas si simple : le matin, le thermique est faible, le vent est fort et la base est basse. Même les meilleurs pilotes ne passent pas à chaque fois – mon propre taux de réussite est frustramment bas. Bien sûr, en décollant plus tard, on pourrait nettement augmenter ses chances, mais quiconque veut battre des records doit exploiter toute la journée. C'est ainsi que nous réessayons jour après jour : le thermique commence au plus tard à 7 heures, souvent bien plus tôt. Au début, on prend tout ce qui monte, mais centrer proprement les noyaux thermiques est ici un art en soi. Bien interpréter les observations faites demande également un temps d'adaptation. Trop souvent, je vois des nuages ou même des urubus qui montent, et j'attribue malgré tout mal l'ascendance correspondante dans l'espace tridimensionnel. En effet, le matin, l'air monte du sol vers le nuage selon un angle très faible. Vers midi, la base s'élève, le thermique devient plus fort et le vent faiblit généralement. Les conditions deviennent alors comparables à ce que nous connaissons en Suisse. Il ne reste donc qu'une seule chose à faire : s'entraîner, s'entraîner, s'entraîner ! Mieux l'on gère les conditions des premières heures, plus grandes sont les chances de réaliser un grand vol. Aujourd'hui a été la journée la plus ventée jusqu'à présent, et Nico est le seul d'entre nous à être passé. Il a désormais de bonnes chances de dépasser les 500 km. Le reste de l'équipe fera une nouvelle tentative demain.
Paragliding World Cup Brazil, Baixo Guandu 2026

1. Gültiger Lauf am PWC Baixo Guandu, Brasilien

Andy Aebi, 5. October 2026
Nach einem verregneten Trainingstag am Samstag zeigte sich das Wetter am Sonntag zwar etwas besser, doch tiefe Basis und schwache Thermik verhinderten weiterhin einen gültigen Lauf. Bereits die Auffahrt zum Startplatz wurde auf den aufgeweichten, lehmigen Strassen zum Abenteuer – die letzten paar hundert Meter mussten wir zu Fuss zurücklegen. Ein Task wurde zwar angesagt, aus Sicherheitsgründen aber schliesslich abgesagt. Mit Blick auf die sehr guten Prognosen für den Rest der Woche sicher die richtige Entscheidung. Heute war es dann endlich so weit: Ein 74 Kilometer langer Task wurde ausgeschrieben und geflogen. Der erste Teil führte teilweise gegen den Wind. Dabei musste man aufpassen, nicht zu tief ins Lee der Hügel zu geraten. Genau dort erwischte Albino eine schlechte Linie, kam tief an und musste lange kämpfen. Dadurch verlor er den Anschluss an die Spitzengruppe und war fortan meist alleine unterwegs. Im mittleren Teil des Tasks lag ein grosser Teil der Strecke unter einer geschlossenen Wolkendecke. Die direkte Linie funktionierte kaum, sodass wir einen grösseren Umweg nördlich der Ideallinie fliegen mussten. Im Pulk gelang das einigermassen gut, für Albino alleine war es jedoch extrem schwierig und er musste den Task leider vorzeitig beenden. Für Tim und mich lief es besser. Ich flog bewusst eher defensiv, denn im Flachland war es schwierig, die richtige Linie und vor allem den nächsten zuverlässigen Thermikbart zu finden. Kurz vor der letzten Boje kam dann der entscheidende Moment: Einige hundert Meter vor unserem Pulk entdeckte ich einen Urubu, der in der Thermik kreiste. Ich verliess die Gruppe und flog zu ihm – und traf prompt einen richtig starken Bart. Als der Rest des Pulks wenige Sekunden später ebenfalls kam, war er bereits zu tief und verlor den Anschluss. So konnte ich mich mit einer kleinen Gruppe absetzen und schliesslich mit etwas Mut als Erster den Endanflug starten. Ein richtig spannender Auftakt in die Rennwoche von Baixo Guandu!
XC Sertao

Das Leben in der Sertao

Benjamin Fankhauser, 1. October 2026
Bis jetzt war jeder Tag fliegbar. Fly - Eat - Sleep - Repeat. Resp. fahre noch 8h nach Caico zurück, falls der Flug gut war. Langsam kommt die Ermüdung und wir müssen abwägen, ob wir das weitere Training brauchen, oder die Energie für den Rekordflug sparen. Aber ohne Sertao-Training fliegen die Newcomer auch keine Rekorde. Schwierig. Daneben machen wir Siesta, planen mögliche Weltrekorde oder füllen die Formulare aus: Nico Suremann hat mit seinem Flug am 25.09.2026 einen Weltrekord in der Kategorie Junior (U26) geflogen. Bei der Kategorie "Straight Distance to Declared Goal" geht es darum, vor dem Flug ein Ziel festzulegen und dieses fliegerisch zu treffen. Sein Ziel lag 326 km entfernt und ist ein Zylinder mit 400m Radius. Gratulation! Die FAI muss nun prüfen, ob da alles korrekt war. Auf der Webseite fai.org/records findet man unter "Hangliding and Paragliding" und der Subclass "O-3" die Rekorde und Rekordversuche im Gleitschirmfliegen: FAI Rekorde. Neben verschiedenen Distanzrekorden gibt es auch Rekorde in Geschwindigkeit oder Höhengewinn. In den jeweiligen Kategorien: General, Female, Multiplace und Junior. Piloten, die auf dem entsprechenden Kontinent angemeldet sind, können auch kontinentale Rekorde fliegen. Für ein Rekord braucht es ein Plan, das passende Wetter und vor allem viele Anläufe. Seb Ospina hat eine Woche lang erfolglos versucht, mit dem Tandem, ein Weltrekord zu fliegen. Klingt in der Theorie relativ einfach, ist in der Praxis mit Wind, wenig Landemöglichkeiten und der Gleitzahl von einem Ziegelstein unerwartet schwierig. Mit dem Enzo ist er wieder voll in seinem Element und hohlt sich den Weltrekord in der Kategorie "Declared Distance using up to 3 Turnpoints". Gratulation Seb! (Mehr dazu im Bericht von Gestern). Gestern haben wir versucht diesen Rekord gleich wieder zu überbieten. Sebi, Steffi und Olivier haben sich während dem Flug anders entschieden weil der Wind sie zu nördlich am Turnpoint vorbei gedrückt hat. Nico hat den Turnpoint gehohlt, ist aber abgestanden und ich wäre fast am Notschirm in die Jurema. Wie gesagt, es braucht mehrere Anläufe. Das Wetter sieht ab Sonntag wieder vielversprechend aus. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Jusqu’ici, on a pu voler tous les jours. Voler – Manger – Dormir – Recommencer. Ou plutôt, faire encore huit heures de route pour rentrer à Caicó si le vol a été bon. La fatigue commence à se faire sentir et nous devons décider si nous avons besoin de poursuivre l’entraînement ou s’il vaut mieux garder notre énergie pour le vol de record. Mais sans entraînement dans le Sertão, les nouveaux venus ne battent pas de records non plus. Difficile. À côté de ça, nous faisons la sieste, préparons d’éventuels records du monde ou remplissons les formulaires : avec son vol du 25.09.2026, Nico Suremann a établi un record du monde dans la catégorie Junior (moins de 26 ans). Dans la catégorie « Straight Distance to Declared Goal », il s’agit de déclarer un objectif avant le vol et de l’atteindre en vol. Son objectif se trouvait à 326 km et correspondait à un cylindre de 400 m de rayon. Félicitations ! La FAI doit maintenant vérifier que tout était conforme. Sur le site fai.org/records, sous « Hangliding and Paragliding » et dans la sous-classe « O-3 », on trouve les records et les tentatives de record en parapente : Records FAI. Outre les différents records de distance, il existe aussi des records de vitesse et de gain d’altitude, dans les catégories General, Female, Multiplace et Junior. Les pilotes inscrits sur le continent concerné peuvent également établir des records continentaux. Pour battre un record, il faut un plan, une météo adaptée et surtout de nombreuses tentatives. Pendant une semaine, Seb Ospina a essayé sans succès de battre un record du monde en tandem. Cela paraît relativement simple en théorie, mais en pratique, avec le vent, peu de possibilités d’atterrissage et la finesse d’une brique, c’est étonnamment difficile. Avec l’Enzo, il est de nouveau pleinement dans son élément et décroche le record du monde dans la catégorie « Declared Distance using up to 3 Turnpoints ». Félicitations Seb ! (Plus de détails dans le récit d’hier.) Hier, nous avons essayé de battre ce record à notre tour. Sebi, Steffi et Olivier ont changé de plan en vol parce que le vent les avait déportés trop au nord du point de virage. Nico a atteint le point de virage, mais a dû se poser, et moi, j’ai failli finir dans les juremas sous mon parachute de secours. Comme je le disais, il faut plusieurs tentatives. La météo s’annonce à nouveau prometteuse à partir de dimanche.