SHV/FSVL
Menu

Competition News

PWC Gemona

Abschlussbericht– Das grosse Finale

Roger Aeschbacher, 3. August 2026
Task 7, der letzte Lauf des Weltcups, begann unter unsicheren Vorzeichen: Gewitter waren für den Nachmittag angesagt, und die Organisation reagierte sehr abgeklärt und richtig. Gesetzt wurde ein 70-km-Task mit einem Gegenwind-Schenkel, gefolgt von einer zickzackförmigen Wendepunktfolge zurück über die Berge. Die Bedingungen waren extrem stark, der Tag entwickelte sich zu einem der schnellsten Läufe der ganzen Woche: Starke Bärte bis 6 m/s integriert und effiziente Ridge-Linien erlaubten dem Spitzenfeld ein beeindruckendes Tempo. Ferdinand Vogel ist zusammen mit Michael Gierlach ausgebrochen, die beiden erwischten die Thermik des Tages und sicherten sich den Tagessieg! – Sie legten die 70 km in nur 1:30 Stunden zurück, im Schnitt fast 47 km/h, und haben dem grossen Verfolgerpulk ganze 7 Min. abgenommen, was uns allen einen Streicher verpasste. Glück für mich, denn ich konnte ein gutes Resultat hervorziehen und rutschte dadurch auf den dritten Platz! Für mich war dieser letzte Tag der Höhepunkt eines konstant starken Weltcups. Bereits am Vortag gelang mir im entscheidenden Moment ein Laufsieg, der mich gleichzeitig für den Superfinal nächstes Jahr in der Schweiz qualifizierte. Mit dem Ergebnis von Task 7 stand am Ende fest: Platz 3 im Overall – hinter Baptiste Lambert und Martin Jovanovski. Bei einem Teilnehmerfeld mit rund 120 der weltbesten Piloten ist das mein persönlich bestes Resultat der Karriere. Auch für Andy Aebi war es ein besonderer Weltcup: Nach 18 Jahren Wettkampfpause gab er sein Comeback und beendete Gemona auf Rang 12 – eine sehr starke Leistung, Hut ab. Andy hat ein super Mindset und ist ein sehr angenehmer Teampilot, der mich die ganze Woche motiviert hat, gross zu denken. Das hat sicherlich auch einen Einfluss auf mein Top-Resultat. – Danke Andy! Nun blickt das Schweizer Team nach vorne: Als Nächstes steht die Europameisterschaft in Nordmazedonien an, und wir reisen mit einem starken Team und grossen Ambitionen an. Am Sonntag, 09.08.26, geht es los – drückt uns die Daumen :)
PWC Gemona

Comeback nach 18 Jahren Wettkampfpause

Andy Aebi, 31. July 2026
Nach 18 Jahren wieder an einem Paragliding World Cup an den Start zu gehen, weckt viele Erinnerungen. Früher gehörten Wettkampfberichte fast schon zur Pflicht – umso mehr freut es mich, heute wieder einmal einen Beitrag für die Swiss League schreiben zu dürfen. Vielen Dank an Roger für die Gelegenheit. In Gemona sind inzwischen sechs Tasks absolviert. Nach dem wetterbedingt abgebrochenen Auftakt folgten mehrere anspruchsvolle und spektakuläre Rennen. Task 4 führte über 97 Kilometer mit langen Talquerungen und extrem hohem Tempo. Der Start verlief perfekt, doch eine einzige falsche Linienwahl vor der ersten Wendemarke machte aus einer Spitzenposition innert Minuten das Schlusslicht. Zwar gelang es, den Rückstand im Mittelteil fast vollständig aufzuholen, doch kurz vor dem Anschluss an die Spitzengruppe ging erneut ein Thermikzyklus verloren. Im Endanflug kostete ein Umweg um ein Wildschutzgebiet weitere Zeit. Vier Minuten Rückstand bedeuten auf diesem Niveau bereits einen Rang um Platz 50 – eine schmerzhafte, aber wertvolle Lektion. Am fünften Task über 102 Kilometer war nach den Erfahrungen vom Vortag etwas mehr Geduld gefragt. Die etwas konservativere Taktik zahlte sich aus und führte zu einem erfreulichen 12. Rang, direkt hinter Roger Aeschbacher. Task 6 über rund 80 Kilometer fühlte sich dann erstmals wieder an wie früher. Von Beginn an gelang der Anschluss an die Spitzengruppe, die Linien passten und das Vertrauen war zurück. Doch genau hier zeigte sich das unglaubliche Niveau des Weltcups: Zwei oder drei zusätzliche Kreise in einem guten Thermikschlauch reichten bereits aus, um den Anschluss an die Führungsgruppe zu verlieren. Eine kleine Entscheidung – und die Chance auf ein Spitzenresultat war dahin. Mit einer offensiven Aufholjagd resultierte am Ende Rang 21, weniger als zwei Minuten hinter dem Sieger. Das zeigt eindrücklich, wie eng das Feld zusammengerückt ist. Zwischen einem Top-Resultat und einem Platz ausserhalb der Top 20 liegt oft nur eine einzige taktische Entscheidung. Für das Schweizer Team sorgte Roger Aeschbacher am sechsten Task für das Highlight. Mit einem nahezu perfekten Flug sicherte er sich souverän den Tagessieg – herzliche Gratulation! Der Weltcup in Gemona zeigt eindrücklich, wie hoch das Niveau heute ist. Fehler werden sofort bestraft, gleichzeitig macht genau das den Reiz dieser Rennen aus. Nach 18 Jahren Pause wieder Teil dieses Feldes zu sein und sich mit den besten Pilotinnen und Piloten der Welt zu messen, macht riesigen Spass. Jetzt bleibt noch der letzte Task – und die Hoffnung, den Weltcup mit einem weiteren gelungenen Rennen abzuschliessen.
PWC Gemona

Zwischenbilanz nach T3

Roger Aeschbacher, 28. July 2026
Acht Schweizer sind am PWC Gemona am Start – die Pilotenqualität ist ähnlich hoch wie an einem Superfinal, das sagt einiges über das Niveau hier. Task 1 musste nach rund 10 km wegen Regen abgebrochen werden. Über mehrere Stunden zog teils intensiver Niederschlag durch, der Lauf blieb unter 50 Punkten und wurde nicht gewertet. Task 2 war dafür der eigentliche Auftakt – ein hart erkämpfter. Grosse Abschattungen liessen nur 49 von 124 Piloten ins Ziel kommen. Für den erfahrenen "Newcomer" Andy Aebi lief es dabei stark: Nach einer intensiven Bastelstunde im Flachland brachte er den Lauf mit mir in den Top 20 ins Ziel, dicht gefolgt von Steve Cox und Joel Fuchs, die diesen wichtigen Task ebenfalls sauber zu Ende flogen. Task 3 bestätigte sein können ist hier wie zu Spitzenzeiten: Andy Aebi landete in den Top 10, dahinter folgten ich selbst und Domi Breitinger. Auf dem Programm stand Ridge Racing – der Start bot zwei gute Optionen, doch zunächst hiess es 6 km ins Flache abgleiten, bevor nach weiteren 4 km die erste Ridge erreicht wurde. Für Aufregung sorgte Honorin, der einen eigenen Weg versuchte und gegen den Wind im Lee am Ufer eines Stausees landete – mutig bis verrückt. Entlang der Strecke gab es nur wenige Linienoptionen, und gegen Ende entschied die Positionierung über die letzten 15 km gleiten: Wer hier die richtige Linie fand, kam sauber ins Ziel, Sarah Zimmermann mit grossem Optimismus hatt sich in der ESS geparkt, Jerome Kägi hats sehr genau genommen und musste mitwind landen damit es um paar Meter über die Ziellinie reichte - Chapeau! Alles in Allem zwei gelungene Läufe es darf gerne so weitergehen! Cheers Roger