Regio BEO Finale
Am letzten Sonntag hat sich das Regio Beo mit 14 Piloten zum Finale getroffen. Langsam werden die Tage wieder kürzer und das Regio Beo verabschiedet sich in den Winterschlaf. Im Februar geht es dann wieder los!
Ein guter Gradient, falsche Windprognosen (je nach Modell) und eine Warmluftadvektion waren die Herausforderungen in der Luft. Eine SkyTrackPro Test sorgte für zusätzliche Schwierigkeiten auf dem Cockpit, hat aber wertvolle Erkenntnisse geliefert.
Der Task führt von der SSS in der Nähe vom Startplatz First in Grindelwald, zu der ersten Boje, an Mürren vorbei, bis ins hinterste Ende vom Lauterbrunnental. Eine Eindrückliche Kulisse unter dem Silberhorn und taktisch schwierig zu fliegen. Danach führt der Task zurück nach Grindelwald und fast bis zur Schreckhornhütte. Eine relative einfache Sache bei hoher Basis, jedoch relativ herausfordernd bei Regio-Wetter. Nach dieser Boje geht es in direkter Linie zurück nach Interlaken, wo ein Ort für ein sinnvolles Elevated-Goal existiert, weshalb wir uns dazu entschieden haben. Aber auch hier hat sich gezeigt, dass das Elevated-Goal selbst keine Sicherheitsgarantie bietet sondern sich lediglich in einem grösserem Task-Gefüge eingliedert.
Bereits beim Start haben wir bemerkt, dass die Basis wohl eher bei 2500m statt den erwarteten 3000m liegt. Ebenfalls waren die Bedingungen sehr zyklisch und man musste bereits vor dem Start auch mal taktisch warten, um danach die gute Thermik zu erwischen. Wild herumfliegen lohnt sich in diesen Bedingungen nicht. Um ganz sicher zu gehen, dass es sich wirklich nicht lohnt, bin ich extra wild herumgeflogen und durfte mit fünf Minuten Verspätung die Aufholjagd beginnen.
Aber genau diese zyklischen Bedingungen wurden der Spitzengruppe bereits beim Schattwald zum Verhängnis. Nur Rene konnte direkt den Thermik-Anschluss finden und ich konnte zur Spitzengruppe aufschliessen. Interessant war auch, dass kein Westwind zu spüren war. Am Schwarzmönch vorbei, wurde es dann das erste Mal schwierig. Fehlende Thermik und lange Zykluspausen mussten antizipiert werden. Eine Lösung gelang Rene, der innerhalb der Wende gezeigt hat, dass die Luft am Ende des Tals doch irgendwo steigen muss. Aber auch Matic, der sich unglaublich tief über Stechelberg wieder hocharbeiten konnte. Wer sich aber nicht geduldig parkieren konnte, stand bald unten am Landeplatz (Siehe Screenshot 1).
Die Route zurück nach Grindelwald ist eigentlich offensichtlich, aber die schwache Thermik hat bereits einige ans Limit gebracht, deshalb war dann der Landeplatz in Interlaken plötzlich verlockender, als der Abstecher zur Schreckhornhütte. Andi, Rene und Sedin haben sich trotzdem in Richtung Schreckhorn auf den Weg gemacht. Mit viel Geduld, haben alle drei den Wendepunkt erreicht und danach auch noch den anspruchsvollen Weg ins Goal gefunden. Gratulation!
Rangliste:
1. Rene Mühlemann
2. Andi Birenstihl
3. Sedin Jutzi
Thermik ist leider fast immer zyklisch und wer sich an die Bedingungen des Tages anpassen kann, ist im Vorteil. In schwacher oder schwieriger Thermik ist es zentral, den Anschluss zum Pulk nicht zu verlieren, möglichst wenig Risiken einzugehen und sich ohne Druck für die weise statt schnelle Option zu entscheiden. Rene, Andi und Sedin haben alle mindestens einmal die weise Option gewählt.
Bezüglich dem Test von SkyTrackPro, haben wir festgestellt, dass auch eine tolle Software nicht ganz ohne Vorbereitung auskommt. Ich möchte mich entschuldigen, dass wir sicherheitsrelevante Fehler gemacht haben. Konkret waren einige Piloten nach unserem Briefing ohne Livetracking, Luftrauminformationen oder Kabelwarnungen in der Luft. Passiert ist zum Glück nichts, wir werden aber intern die Situation besprechen. Die Software selbst hat tadellos funktioniert. Dass kleine Optimierungen gemacht werden können, ist normal. Dinge wie Layout, oder automatische Zoomstufe überlassen wir den individuellen Einstellungen der Piloten. Und wie immer: Jerome freut sich über jedes Feedback von den Testpiloten.
Die gesamte Wettkampforganisation auf einer Plattform, bietet viele Vorteile, auch für die Piloten selbst: automatisierte Task Updates, App mit integrierten Level Meldungen, Livetracking und Livescoring. Aber auch Anmeldung, Resultate oder Retrieve Organisation über eine Plattform ist definitiv ein angenehmer Luxus, an den man sich gewöhnen möchte. Zusätzliche Erweiterungen wie eine Meteobriefing, oder Analyse Werkzeuge hat Jerome auch bereits implementiert.
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