1. Gültiger Lauf am PWC Baixo Guandu, Brasilien
Nach einem verregneten Trainingstag am Samstag zeigte sich das Wetter am Sonntag zwar etwas besser, doch tiefe Basis und schwache Thermik verhinderten weiterhin einen gültigen Lauf. Bereits die Auffahrt zum Startplatz wurde auf den aufgeweichten, lehmigen Strassen zum Abenteuer – die letzten paar hundert Meter mussten wir zu Fuss zurücklegen. Ein Task wurde zwar angesagt, aus Sicherheitsgründen aber schliesslich abgesagt. Mit Blick auf die sehr guten Prognosen für den Rest der Woche sicher die richtige Entscheidung.
Heute war es dann endlich so weit: Ein 74 Kilometer langer Task wurde ausgeschrieben und geflogen. Der erste Teil führte teilweise gegen den Wind. Dabei musste man aufpassen, nicht zu tief ins Lee der Hügel zu geraten. Genau dort erwischte Albino eine schlechte Linie, kam tief an und musste lange kämpfen. Dadurch verlor er den Anschluss an die Spitzengruppe und war fortan meist alleine unterwegs.
Im mittleren Teil des Tasks lag ein grosser Teil der Strecke unter einer geschlossenen Wolkendecke. Die direkte Linie funktionierte kaum, sodass wir einen grösseren Umweg nördlich der Ideallinie fliegen mussten. Im Pulk gelang das einigermassen gut, für Albino alleine war es jedoch extrem schwierig und er musste den Task leider vorzeitig beenden.
Für Tim und mich lief es besser. Ich flog bewusst eher defensiv, denn im Flachland war es schwierig, die richtige Linie und vor allem den nächsten zuverlässigen Thermikbart zu finden.
Kurz vor der letzten Boje kam dann der entscheidende Moment: Einige hundert Meter vor unserem Pulk entdeckte ich einen Urubu, der in der Thermik kreiste. Ich verliess die Gruppe und flog zu ihm – und traf prompt einen richtig starken Bart. Als der Rest des Pulks wenige Sekunden später ebenfalls kam, war er bereits zu tief und verlor den Anschluss.
So konnte ich mich mit einer kleinen Gruppe absetzen und schliesslich mit etwas Mut als Erster den Endanflug starten. Ein richtig spannender Auftakt in die Rennwoche von Baixo Guandu!
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