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Competition News

Task 2 und 3 – schnelles Racing und Schweizer im Spitzenfeld

Der gestrige Task 2 brachte ein 85 km langes Rennen – und bereits kurz nach dem Start einige spannende taktische Entscheidungen.

Tim, Albino und ich erwischten einen perfekten Start. Ich war etwas höher als der Pulk und flog alleine voraus, weil mir die Linie über den Berg Richtung erste Boje als sichere Variante erschien. Leider war sie das nicht – und so verlor ich gleich zu Beginn den Spitzenpulk.

Auf dem Weg Richtung Nordwesten konnte ich langsam wieder aufholen. Tim war zu diesem Zeitpunkt bereits ganz vorne und startete einen Angriff weit übers Flachland. Mir erschien diese Variante etwas zu riskant, weshalb ich eine Linie näher an den Bergen wählte. Auch ich war nun alleine unterwegs, erwischte aber eine Hammerlinie und konnte mich wieder über dem Spitzenpulk positionieren. Von da an liess es sich für einen grossen Teil des Rennens ziemlich entspannt vorne mitfliegen.

Bei der zweiten Wende begannen wir langsam, uns auf den Endanflug vorzubereiten: noch ein- oder zweimal aufdrehen und dann Vollgas Richtung Goal. Doch unsere Gruppe erwischte eine schlechte Linie. Der nachfolgende Pulk bemerkte dies rechtzeitig, korrigierte – und plötzlich waren fast alle wieder zusammen. Auch Tim hatte sich inzwischen tief aus dem Flachland ausgegraben und wieder zu uns aufgeschlossen.

Tim und ich starteten schliesslich mutig den Angriff auf den Endanflug. Wegen einer schlechten Linienwahl mussten wir allerdings nochmals etwas vom Gas und wenige hundert Meter vor dem End of Speed noch ein paar Kreise drehen. Das kostete uns einige Plätze, änderte aber nichts daran, dass es ein richtig starker Flugtag für das Schweizer Team war. Auch Albino erreichte diesmal das Goal – entsprechend gross war die Freude!

Task 3 – 101 Kilometer und Thermik dort, wo kein Berg steht

Der heutige Task 3 führte über 101 km südlich und westlich um den Startplatz und anschliessend zurück nach Baixo Guandu. Ein grandioser Flugtag mit starken Bedingungen und wenig Wind.

Der Start erfolgte an derselben Boje wie am Vortag. Diesmal hatte ich gelernt, wo hier die Thermik steht – meistens nicht am Berg! So erwischte ich nicht nur einen guten Start, sondern konnte mich auch danach direkt vorne einreihen.

Die Strecke führte zunächst Richtung Süden den Bergen entlang. Dabei galt es, einerseits nicht von den stark ziehenden Wolken eingesogen zu werden und andererseits nicht zu tief zu geraten. Genau das wurde Tim kurzzeitig zum Verhängnis. Er setzte darauf, dass es am Berg sicher hochgehen würde – was natürlich genau dort nicht funktionierte. Der Pulk zog über ihn hinweg.

Lange dauerte das allerdings nicht. Weil einige Wolken kräftig zogen, mussten Teile des Feldes – mich eingeschlossen – Umwege fliegen. Tim nutzte seine Chance, konnte tief wieder einsteigen und schloss erneut auf.

Kurz vor der dritten Boje Richtung Westen riss das Feld komplett auseinander und es bildeten sich drei verschiedene Gruppen. Meine war leider die tiefste. Aber dafür gibt es hier einen ziemlich zuverlässigen Indikator: Wenn man tief fliegt und plötzlich Tim begegnet, weiss man definitiv, dass man zu den Tiefsten im Feld gehört.

Wir konnten uns jedoch gut ausgraben. Rund 20 km vor dem Ziel startete der Spitzenpulk einen Angriff und flog relativ tief zu einer Wolke, die sich genau in diesem Moment auflöste. Das spielte uns in die Karten: Wir konnten eine östlichere und letztlich bessere Linie Richtung Goal wählen.

Am Ende erreichten erneut alle drei Schweizer das Ziel. Tim so tief, dass er sogar innerhalb der End-of-Speed-Section nochmals aufdrehen musste – aber ich glaube, diesen Nervenkitzel braucht er einfach. Wobei es auch bei mir durchaus knapp war und 100 oder 200 Meter mehr Höhe ganz angenehm gewesen wären.

Ein wunderschöner Task und aus Schweizer Sicht erneut ein erfolgreicher Tag. Albino kam nur 1:55 Minuten später ebenfalls mit einer starken Zeit ins Goal.

Paragliding World Cup Brazil, Baixo Guandu 2026

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